Die komplette 12 Hirnnerven Tabelle für dein Medizinstudium
Wer im Medizinstudium oder später im Klinikalltag bestehen will, kommt an ihnen nicht vorbei: den 12 Hirnnerven. Eine gut strukturierte Tabelle ist da oft der rettende Anker. Sie bringt alles Wichtige – von Namen über Funktionen bis hin zu typischen Läsionszeichen – auf den Punkt und wird so zum unverzichtbaren Begleiter, egal ob beim Pauken fürs Physikum oder als schnelle Gedächtnisstütze am Patientenbett.
Was man über die 12 Hirnnerven wissen muss
Die 12 Hirnnerven sind quasi die Direktleitungen unseres Gehirns zu wichtigen Regionen im Kopf, Hals und sogar im Rumpf. Sie sind ein entscheidender Bestandteil des peripheren Nervensystems und steuern unzählige überlebenswichtige Prozesse. Ein solides Verständnis ist daher nicht nur für Prüfungen, sondern vor allem für die neurologische Diagnostik im klinischen Alltag absolut fundamental.
Trotzdem, Hand aufs Herz: Wer hat nicht schon mal versucht, sich all die Funktionen, Kerne und Ausfälle ins Gedächtnis zu hämmern? Viele Studierende beißen sich daran die Zähne aus. Eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) aus dem Jahr 2022 fand heraus, dass 68 % der Studierenden erhebliche Schwierigkeiten haben, die komplexen Zusammenhänge der Hirnnerven korrekt zu verknüpfen. Genau hier setzt eine klare Übersicht an und schafft Abhilfe.
Ganz grundsätzlich lassen sich die Hirnnerven nach ihren primären Aufgaben einteilen:
- Sensorische Nerven: Sie sind unsere Fühler zur Außenwelt und leiten Sinneseindrücke wie Gerüche oder Gesehenes direkt ans Gehirn weiter.
- Motorische Nerven: Das sind die Macher. Sie geben die Befehle für Muskelbewegungen, zum Beispiel unserer Augen oder der Zunge.
- Gemischte Nerven: Diese Alleskönner übernehmen sowohl sensorische als auch motorische Aufgaben.
Die detaillierte 12 Hirnnerven Tabelle
Jetzt kommen wir zum Herzstück dieses Guides und deinem wohl wichtigsten Lern-Tool. Die folgende Tabelle ist eine komplette, aber trotzdem übersichtliche Aufschlüsselung aller 12 Hirnnerven. Wir gehen jeden Nerv systematisch durch: Nummer, Name, Faserqualität, Hauptfunktionen, Kerngebiete, klinische Untersuchung, typische Ausfallerscheinungen und eine Eselsbrücke, die sich bewährt hat.
Wir haben die Infos so aufbereitet, dass du sie sowohl für die gezielte Prüfungsvorbereitung als auch als schnelles Nachschlagewerk im klinischen Alltag zur Hand hast. Nutze diese Struktur, um die Zusammenhänge wirklich zu verstehen und das Wissen fest zu verankern.
Die Infografik hier zeigt ganz gut, wie viele Studierende sich jedes Jahr mit den Hirnnerven herumschlagen und wo die typischen Hürden liegen.

Du siehst also: Du bist mit den Herausforderungen nicht allein. Eine gut strukturierte 12 Hirnnerven Tabelle ist hier wirklich der Schlüssel zum Erfolg.
Die ultimative Übersichtstabelle der Hirnnerven
Hier ist sie nun, die umfassende Tabelle. Nimm dir ruhig Zeit für jeden einzelnen Nerv und versuche, die Brücken zwischen Funktion, Klinik und Anatomie zu schlagen.
| Nr. | Name (lat.) | Faserqualität | Funktionen | Ursprung/Kerne | Klinische Testung | Läsionszeichen | Eselsbrücke |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| I | N. olfactorius | Speziell-viszeroafferent (sensorisch) | Riechen: Leitet Geruchsinformationen von der Nasenschleimhaut zum Gehirn. | Riechkolben (Bulbus olfactorius) an der Schädelbasis. | Testung des Geruchssinns mit bekannten Düften (Kaffee, Zitrone) pro Nasenloch bei geschlossenen Augen. | Anosmie: Vollständiger Verlust des Riechvermögens. Hyposmie: Vermindertes Riechvermögen. | Otto |
| II | N. opticus | Speziell-somatoafferent (sensorisch) | Sehen: Überträgt visuelle Informationen von der Netzhaut (Retina) zum Gehirn. | Sehnervenfasern der Retina, die im Chiasma opticum kreuzen. | Prüfung der Sehschärfe (Visus), des Gesichtsfelds (Perimetrie) und des Augenhintergrunds (Funduskopie). | Gesichtsfeldausfälle (Skotome), Visusminderung bis zur vollständigen Erblindung (Amaurose). | orgelt |
| III | N. oculomotorius | Somatoefferent (motorisch), Allgemein-viszeroefferent (parasympathisch) | Augenbewegung: Innerviert die meisten äußeren Augenmuskeln. Lidhebung: Innerviert den M. levator palpebrae. Pupillenverengung: Steuert die Pupillenkonstriktion (Miosis). | Ncl. n. oculomotorii (motorisch), Ncl. accessorius n. oculomotorii (Edinger-Westphal, parasympathisch) im Mittelhirn. | Prüfung der Augenbewegungen in alle Richtungen, Pupillenreaktion auf Licht (direkt und konsensuell), Lidschluss. | Okulomotoriusparese: Auge weicht nach außen unten ab ("Down and out"), Doppelbilder, herabhängendes Augenlid (Ptosis), weite, lichtstarre Pupille (Mydriasis). | ohne |
| IV | N. trochlearis | Somatoefferent (motorisch) | Augenbewegung: Innerviert ausschließlich den oberen schrägen Augenmuskel (M. obliquus superior), der das Auge nach innen unten dreht. | Ncl. n. trochlearis im Mittelhirn; einziger Hirnnerv, der dorsal aus dem Hirnstamm austritt. | Prüfung der Augenbewegung, insbesondere der Abwärtsbewegung in Adduktion (Blick zur Nasenspitze nach unten). | Trochlearisparese: Höchster Augenstand der betroffenen Seite, Doppelbilder (besonders beim Treppensteigen), kompensatorische Kopfneigung zur gesunden Seite. | traurige |
| V | N. trigeminus | Allgemein-somatoafferent (sensorisch), Speziell-viszeroefferent (motorisch) | Sensorik: Wahrnehmung von Berührung, Schmerz, Temperatur im gesamten Gesichtsbereich. Motorik: Steuerung der Kaumuskulatur. | Ncl. mesencephalicus, Ncl. principalis n. trigemini, Ncl. spinalis n. trigemini (sensorisch), Ncl. motorius n. trigemini (motorisch) im Pons. | Sensibilitätsprüfung (Wattebausch, spitze/stumpfe Reize) der drei Äste (V1, V2, V3). Prüfung der Kaumuskraft (Zubeißen), Masseterreflex. | Sensibilitätsausfälle im Gesicht, Trigeminusneuralgie (starke, einschießende Schmerzen), Schwäche der Kaumuskulatur, Abweichung des Unterkiefers zur gelähmten Seite. | Tage |
| VI | N. abducens | Somatoefferent (motorisch) | Augenbewegung: Innerviert ausschließlich den seitlichen geraden Augenmuskel (M. rectus lateralis), der das Auge nach außen (Abduktion) bewegt. | Ncl. n. abducentis im Pons. | Prüfung der seitlichen Augenbewegung (horizontale Blickfolge). | Abduzensparese: Unfähigkeit, das Auge nach außen zu bewegen, führt zu Einwärtsschielen und horizontalen Doppelbildern. | abends |
| VII | N. facialis | Speziell-viszeroefferent (motorisch), Allgemein-viszeroefferent (parasympathisch), Speziell-viszeroafferent (sensorisch), Allgemein-somatoafferent (sensorisch) | Motorik: Steuerung der gesamten mimischen Muskulatur. Parasympathisch: Innervation von Tränen- und Speicheldrüsen. Sensorisch: Geschmackswahrnehmung der vorderen zwei Drittel der Zunge. | Ncl. n. facialis (motorisch), Ncl. salivatorius superior (parasympathisch), Ncl. tractus solitarii (Geschmack) im Pons. | Stirnrunzeln, Augen schließen, Nase rümpfen, Zähne zeigen, Wangen aufblasen. Geschmackstestung (süß, salzig) an der Zungenspitze. | Periphere Fazialisparese: Lähmung einer kompletten Gesichtshälfte (inkl. Stirn). Zentrale Parese: Stirnmuskulatur bleibt verschont. Geschmacksverlust, trockenes Auge/Mund. | für |
| VIII | N. vestibulocochlearis | Speziell-somatoafferent (sensorisch) | Hören (N. cochlearis): Überträgt akustische Signale aus dem Innenohr. Gleichgewicht (N. vestibularis): Überträgt Informationen über Lage und Bewegung des Kopfes. | Ncll. cochleares (Hören), Ncll. vestibulares (Gleichgewicht) an der Brücken-Medulla-Grenze. | Hörprüfung (Flüstern, Stimmgabeltests nach Rinne/Weber), Gleichgewichtsprüfung (Romberg-Stehversuch, Unterberger-Tretversuch). | Hörverlust (Hypakusis), Ohrgeräusche (Tinnitus), Schwindel (Vertigo), unwillkürliche Augenbewegungen (Nystagmus), Gangunsicherheit. | viele |
| IX | N. glossopharyngeus | Gemischt: motorisch, parasympathisch, sensorisch | Motorik: Innerviert Muskeln des Rachens (Pharynx), wichtig für den Schluckakt. Parasympathisch: Steuert die Ohrspeicheldrüse (Glandula parotidea). Sensorik: Geschmack des hinteren Zungendrittels, Sensibilität von Rachen, Gaumen und Mittelohr. | Ncl. ambiguus (motorisch), Ncl. salivatorius inferior (parasympathisch), Ncl. tractus solitarii (Geschmack), Ncl. spinalis n. trigemini (allg. Sensorik). | Prüfung des Würgereflexes, Beobachtung des Gaumensegels bei "A"-Sagen (sollte sich symmetrisch heben). | Schluckstörungen (Dysphagie), Ausfall des Würgereflexes, Geschmacksstörungen im hinteren Zungenbereich. Die Uvula weicht zur gesunden Seite ab. | gute |
| X | N. vagus | Gemischt: motorisch, parasympathisch, sensorisch | Motorik: Steuerung der Kehlkopf- und Rachenmuskulatur (Stimmbildung, Schlucken). Parasympathisch: Hauptnerv des Parasympathikus; reguliert fast alle inneren Organe (Herz, Lunge, Magen-Darm-Trakt). Sensorik: Sensibilität von Kehlkopf und Rachen. | Ncl. ambiguus (motorisch), Ncl. dorsalis n. vagi (parasympathisch), Ncl. tractus solitarii (Geschmack/viszeral), Ncl. spinalis n. trigemini (somatisch). | Wie bei N. IX: Würgereflex, Gaumensegelhebung. Zusätzlich Beurteilung der Stimmqualität (Heiserkeit). | Heiserkeit (Dysphonie), Schluckstörungen (Dysphagie), Gaumensegellähmung (Abweichung zur gesunden Seite), Tachykardie bei beidseitigem Ausfall. | Vegetarier |
| XI | N. accessorius | Somatoefferent (motorisch) | Motorik: Innerviert den M. trapezius (Schulterhebung) und den M. sternocleidomastoideus (Kopfdrehung). | Ncl. spinalis n. accessorii (spinaler Teil aus dem Rückenmark C1-C5). | Patient wird gebeten, die Schultern gegen Widerstand anzuheben und den Kopf seitlich gegen Widerstand zu drehen. | Accessoriusparese: Schwäche bei der Schulterhebung ("fallende Schulter"), Schwierigkeiten bei der Kopfdrehung zur gesunden Seite, Scapula alata (abstehendes Schulterblatt). | aßen |
| XII | N. hypoglossus | Somatoefferent (motorisch) | Motorik: Steuerung der gesamten inneren und äußeren Zungenmuskulatur, entscheidend für Sprechen, Kauen und Schlucken. | Ncl. n. hypoglossi in der Medulla oblongata. | Patient wird gebeten, die Zunge herauszustrecken und in alle Richtungen zu bewegen. Kraftprüfung (Zunge gegen die Wange drücken). | Hypoglossusparese: Die herausgestreckte Zunge weicht zur gelähmten Seite ab. Faszikulationen (Muskelzuckungen) und Atrophie der Zunge auf der betroffenen Seite. | Hummus |
Vertiefung der Hirnnerven-Funktionen
Die Tabelle verschafft dir einen schnellen Überblick, aber das wahre Verständnis kommt erst, wenn du die Details hinter den Stichpunkten wirklich greifst. Lass uns mal ein paar der komplexeren Nerven genauer anschauen.
Der vielseitige Nervus Trigeminus (V)
Der fünfte Hirnnerv ist das Paradebeispiel für einen gemischten Nerv. Seine Komplexität macht ihn oft zu einer Hürde in Prüfungen, aber eben auch zu einem zentralen Akteur in der Klinik.
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Drei Äste für das Gefühl: Der N. trigeminus teilt sich in drei Hauptäste auf, die jeweils ein ganz bestimmtes Areal des Gesichts versorgen:
- N. ophthalmicus (V1): Zuständig für die Sensibilität von Stirn, Oberlid, Nasenrücken und der Hornhaut des Auges. Ein Ausfall hier kann den extrem wichtigen Kornealreflex lahmlegen.
- N. maxillaris (V2): Versorgt die Haut über dem Oberkiefer, die Oberlippe, die Zähne des Oberkiefers und die Nasennebenhöhlen.
- N. mandibularis (V3): Das ist der einzige Ast mit motorischen Fasern. Er ist für die Sensibilität von Unterlippe, Kinn und den Zähnen des Unterkiefers verantwortlich und steuert gleichzeitig die Kaumuskulatur.
Die Trigeminusneuralgie gehört zu den schmerzhaftesten Erkrankungen, die man kennt. Sie zeigt sich durch blitzartig einschießende, unerträglich starke Schmerzattacken in einem der Versorgungsgebiete – oft ausgelöst durch leichte Berührungen wie beim Zähneputzen oder Sprechen.
Der Dirigent der Mimik Nervus Facialis (VII)
Der siebte Hirnnerv ist der Meister unserer nonverbalen Kommunikation. Seine Hauptaufgabe ist die Steuerung der mimischen Muskulatur, die es uns erlaubt, Emotionen wie Freude, Trauer oder Überraschung zu zeigen. Aber er kann noch viel mehr.
Er ist auch für den Geschmack in den vorderen zwei Dritteln der Zunge verantwortlich und steuert die Sekretion von Tränen- und Speicheldrüsen. Diese Funktionsvielfalt macht ihn leider auch anfällig für Läsionen mit weitreichenden Folgen. Eine periphere Fazialisparese, oft ohne klar erkennbare Ursache, führt zur Lähmung einer kompletten Gesichtshälfte – typisch sind der hängende Mundwinkel und die Unfähigkeit, das Auge zu schließen.
Klinische Relevanz der Kerngebiete
Ein tieferes Verständnis der 12 Hirnnerven Tabelle erfordert auch ein Gespür für die Lage ihrer Kerngebiete im Hirnstamm. Die Position eines Kerns gibt oft den entscheidenden Hinweis darauf, wo eine neurologische Schädigung liegt.
- Mittelhirn (Mesencephalon): Hier sitzen die Kerne für die Augenbewegungen, nämlich die des N. oculomotorius (III) und des N. trochlearis (IV). Eine Läsion in diesem Bereich, zum Beispiel durch einen Hirnstamminfarkt, führt fast immer zu komplexen Augenbewegungsstörungen.
- Brücke (Pons): Die Brücke beherbergt die Kerne für den N. trigeminus (V), den N. abducens (VI) und den N. facialis (VII). Schädigungen an dieser Stelle können daher eine Kombination aus Gesichts-Sensibilitätsstörungen, horizontalen Doppelbildern und Gesichtslähmungen verursachen.
- Verlängertes Mark (Medulla oblongata): Im untersten Hirnstammabschnitt finden sich die Kerngebiete des N. vestibulocochlearis (VIII), N. glossopharyngeus (IX), N. vagus (X), N. accessorius (XI) und N. hypoglossus (XII). Diese Nerven steuern grundlegende Lebensfunktionen wie Hören, Gleichgewicht, Schlucken und Sprechen sowie die Regulation der inneren Organe. Läsionen in der Medulla oblongata sind deshalb oft lebensbedrohlich.
Wenn du lernst, die klinischen Symptome mit der topografischen Lage der Kerngebiete im Hirnstamm zu verknüpfen, kannst du komplexe neurologische Fälle systematisch aufdröseln. Diese Fähigkeit ist nicht nur fürs Examen, sondern vor allem für deine spätere ärztliche Tätigkeit Gold wert. Und diese Tabelle hier ist dein verlässliches Fundament dafür.
Hirnnerven nach Funktion sortiert: Ein System, das Sinn ergibt

Wer die Zusammenhänge in unserer 12 Hirnnerven Tabelle wirklich verinnerlichen will, sollte sich von der rein numerischen Reihenfolge lösen. Klar, man muss die Nerven von I bis XII kennen, aber für das tiefere Verständnis ist eine funktionelle Gruppierung Gold wert.
Wenn man die Hirnnerven nach ihren primären Aufgaben sortiert, entsteht eine logische Struktur, die das Lernen und vor allem das Abrufen in stressigen Prüfungssituationen ungemein erleichtert. Es ist einfach sinnvoller, als stur auswendig zu lernen.
Im Grunde lassen sich alle 12 Hirnnerven in drei funktionelle Gruppen einteilen, die ganz spezifische Aufgaben im Körper übernehmen.
Rein sensorische Hirnnerven: Die Informations-Spezialisten
Diese drei Nerven sind sozusagen die direkten Drahtverbindungen unserer Sinne zum Gehirn. Sie sind reine Informationsübermittler und leiten Wahrnehmungen wie Geruch (N. I), Sehen (N. II) und Hören bzw. Gleichgewicht (N. VIII) weiter. Man kann sie sich als hochspezialisierte Datenkabel vorstellen, die nichts anderes tun, als Sinneseindrücke zu transportieren.
Rein motorische Hirnnerven: Die Befehlshaber für Bewegung
Diese Gruppe ist für die Ausführung von Befehlen zuständig – quasi die Muskulatur-Manager. Sie steuern gezielt und präzise Bewegungen, allen voran die komplexen Abläufe der Augenmuskeln (N. III, IV, VI). Aber auch die Kopfdrehung (N. XI) und die feine Motorik der Zunge (N. XII) fallen in ihren Zuständigkeitsbereich.
Gemischte Hirnnerven: Die talentierten Alleskönner
Das sind die Multitalente unter den Hirnnerven. Sie haben sowohl sensorische als auch motorische Fasern und oft noch eine dritte, parasympathische Komponente im Gepäck. Zu diesen Alleskönnern gehören der N. V, VII, IX und X.
Sie können also gleichzeitig fühlen, Muskeln bewegen und vegetative Funktionen steuern. Wenn du mehr über die entscheidende Rolle des Parasympathikus wissen möchtest, schau dir unseren Artikel über das vegetative Nervensystem an.
Die Brücke zur Praxis: Klinische Anwendung und neurologische Untersuchung

Die 12 Hirnnerven Tabelle ist weit mehr als nur trockener Lernstoff für die nächste Klausur. Im klinischen Alltag ist sie ein unverzichtbares diagnostisches Werkzeug, das direkt am Patientenbett zum Einsatz kommt.
Jede gute neurologische Untersuchung beginnt mit einer systematischen Überprüfung dieser Nerven. Ihre vielfältigen Funktionen geben uns nämlich wertvolle Hinweise darauf, wo genau im zentralen Nervensystem eine Störung vorliegen könnte.
Schon durch ganz einfache Tests, wie das Prüfen des Geruchssinns (N. I) oder der Augenbewegungen (N. III, IV, VI), können wir schnell einen ersten Verdacht schöpfen. Ein Funktionsausfall liefert oft präzise topografische Informationen über den Ort der Läsion im Gehirn – das ist Diagnostik pur.
Stell dir zum Beispiel eine einseitige Lähmung der mimischen Muskulatur vor, die klassische Fazialisparese. Sie deutet direkt auf eine Störung des Nervus facialis (VII) hin. Oder denk an eine Okulomotoriusparese mit einem herabhängenden Augenlid (Ptosis) und einer erweiterten Pupille (Mydriasis). Ein solches Bild kann auf eine Kompression des Nervus oculomotorius (III) hindeuten, vielleicht durch ein Aneurysma.
So wird die Theorie aus der Tabelle ganz direkt zur praxisrelevanten Diagnostik am Patienten.
Bewährte Eselsbrücken und Lernstrategien
Wer kennt es nicht? Die komplexen Details aus der 12 Hirnnerven Tabelle wollen einfach nicht im Kopf bleiben. Das ist eine der klassischen Hürden im Medizinstudium. Doch keine Sorge, hier sind Eselsbrücken ein unschätzbares Werkzeug, um die Fakten endlich langfristig zu verankern. Sie verwandeln trockene Informationen in Merksätze oder kleine Geschichten, die wirklich hängen bleiben.
Der wohl bekannteste Spruch, um sich die Reihenfolge der Nervennamen einzuprägen, ist ein echter Klassiker: „Onkel Otto orgelt ohne traurige Tage abends für viele gute Vegetarier altes Hummus.“ Die Anfangsbuchstaben jedes Wortes führen dich zielsicher von Nerv I bis XII.
Auch für die Faserqualitäten (Sensorisch, Motorisch oder Beides/Both) gibt es einen cleveren Spruch, diesmal auf Englisch: „Some Say Marry Money, But My Brother Says Big Brains Matter More.“ Wenn du diesen Satz ebenfalls von Hirnnerv I bis XII durchgehst, weißt du sofort, welche Nerven rein sensorisch, motorisch oder eben gemischte Funktionen haben.
Solche Mnemotechniken sind weit mehr als nur simple Tricks. Sie bauen logische Verknüpfungen in unserem Gehirn auf, die das Abrufen des Wissens später massiv erleichtern – besonders in der Prüfungssituation. Wenn du auf der Suche nach weiteren hilfreichen Tipps und Eselsbrücken für dein Medizinstudium bist, wirst du hier garantiert fündig.
Fragen rund um die Hirnnerven, die immer wieder aufkommen
Im Medizinstudium tauchen bei den 12 Hirnnerven oft dieselben Fragen auf. Hier haben wir die häufigsten für dich gesammelt und kurz und knackig beantwortet. So findest du schnell eine Antwort, wenn du mal auf dem Schlauch stehst.
Welche Hirnnerven sind rein motorisch?
Ganz einfach: Es gibt fünf rein motorische Hirnnerven. Ihre einzige Aufgabe ist es, Muskeln zu steuern. Stell sie dir als die reinen „Macher“ unter den Nerven vor.
Dazu gehören:
- N. oculomotorius (III)
- N. trochlearis (IV)
- N. abducens (VI)
- N. accessorius (XI)
- N. hypoglossus (XII)
Diese Fünf sind also deine Spezialisten für Augenbewegungen, das Drehen des Kopfes und die Zungenmotorik. Am besten merkst du sie dir als funktionelle Gruppe, dann sitzen sie bombenfest im Gedächtnis.
Wie merke ich mir am besten die Faserqualitäten?
Der Klassiker unter den Merksprüchen, den wohl jeder Medizinstudent kennt, lautet: "Some Say Marry Money, But My Brother Says Big Brains Matter More".
Jeder Anfangsbuchstabe verrät dir die Faserqualität des jeweiligen Hirnnervs von I bis XII: S für Sensorisch, M für Motorisch und B für Beides (Both). Dieser Spruch hat schon Generationen durchs Physikum gerettet.
Was ist die häufigste klinische Störung eines Hirnnervs?
Im Klinikalltag begegnet man der peripheren Fazialisparese mit Abstand am häufigsten. Das ist eine Lähmung der Gesichtsmuskulatur, die vom Nervus facialis (VII) versorgt wird.
Das klinische Bild ist meistens sehr eindeutig: Ein Mundwinkel hängt schlaff herab und das Auge auf derselben Seite lässt sich nicht mehr komplett schließen.
Warum entspringen die meisten Hirnnerven aus dem Hirnstamm?
Der Hirnstamm ist sozusagen das evolutionäre Fundament unseres Gehirns – eine uralte und extrem wichtige Schaltzentrale. Hier liegen die Steuerungszentren für überlebenswichtige Funktionen wie Atmung und Kreislauf, aber auch für grundlegende Reflexe wie Schlucken oder Husten.
Daher ist es nur logisch, dass zehn der zwölf Hirnnerven genau hier austreten, um diese essenziellen Aufgaben zu übernehmen. Lediglich der Riechnerv (I) und der Sehnerv (II) sind eine Ausnahme; sie haben ihren Ursprung direkt im Groß- bzw. Zwischenhirn.
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